Geburtsablauf

Die Geburt lässt sich in vier große Phasen einteilen, deren Beginn sich durch einsetzende Eröffnungswehen, Platzen der Fruchtblase, Ausfluss oder in einigen Fällen auch Durchfall oder Erbrechen ankündigt.

Darauf folgt die erste Phase der Geburt, die so genannte Eröffnungsphase. Durch die hier auftretenden unregelmäßigen Wehen (2-3 innerhalb von 30 Minuten) wird der Gebärmutterhals verkürzt und der Muttermund bis zu einer Größe von 10 cm geöffnet. Die Eröffnungsphase dauert bei Erstgebärenden zwischen 12 und 14 Stunden, in denen sich die Häufigkeit der Wehen, die zwischen 30-60 Sekunden dauern, zunehmend steigert, bis sie schließlich alle 10 Minuten auftreten. Dem Wehenschmerz kann durch eine aufrechte Position, Bewegung und ausreichend Verschnaufpausen begegnet werden, die der Partner durch seine Motivation und Massage unterstützen kann.

Ist der Muttermund vollständig geöffnet, folgt die kurze Übergangsphase. Jetzt werden die Kontraktionen stärker, die Wehen häufiger, schmerzhafter und intensiver, für viele Frauen die schwierigste Phase der Geburt, die jedoch nicht besonders lange dauert. In der sich anschließenden Austreibungsphase kommen 6-7 Wehen innerhalb von 15 Minuten. Das Kind hat den Beckenboden erreicht und steckt im Geburtskanal, wodurch bei der Mutter ein natürlicher Drang zum Pressen ausgelöst wird, das die Kräfte der Gebärmutter unterstützt. In dieser Phase sollten trotz dieses Drangs und der Erschöpfung die Anleitungen der Hebamme befolgt werden, so dass die Geburt reibungslos und komplikationsfrei verlaufen kann. Sobald der Kopf draußen ist, geht es ganz schnell und auch Schultern, Rumpf und Beine folgen.

Der eigentliche Geburtsvorgang ist beendet, die Nabelschnur des gesunden Kindes wird durchtrennt. In der letzten, der Nachgeburtsphase, die zwischen 10 und 30 Minuten dauert, wird die Nachgeburt (Plazenta) ausgestoßen, die von Arzt oder Hebamme untersucht wird.

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