Gefahrenstelle Spielzeug

Immer wieder kommen die erschreckenden Nachrichten in den Medien: ein weiterer Skandal erschüttert die Spielzeug Industrie. Viele Verbraucher stellen sich nun die Frage, wie gefährlich mache Spielzeuge für Kinder sind. Oft werden gesundheitsschädliche Chemikalien in den Spielsachen verarbeitet oder die Qualität lässt zu wünschen übrig, so dass sich Kleinteile lösen könnten und verschluckt werden. Spielzeuge gehören in eine eigene Produktgruppe laut EU Produktgesetz, für diese gelten eigene Regeln und Verbote. Was in manchen Produkten also schon lange verboten ist, kann zum Teil in Spielzeug noch enthalten sein, ohne, dass man rechtlich dagegen vorgehen könnte.

So wurden im Sommer 2007 zum Beispiel von Spielwarenriesen Mattel rund 18 millionen Produkte wegen Sicherheitsmängel zurück gerufen. Hier waren Belastungen mit schädlichen Substanzen entdeckt worden. Doch trotz solcher Skandale haben sich die Richtlinien bis heute nicht verschärft. So zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest, dass von 50 getesteten Spielwaren für Kleinkinder rund 80 Prozent als gefährlich eingestuft werden sollten. Die Bandbreite der negativen Eigenschaften dieser Produkte ging von Mängeln in der Verarbeitung bis hin zu Belastungen durch Chemikalien. Vor allem das polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff wurde immer wieder als Gefahrenquelle angegeben, welches als sehr gefährlich und gesundheitsschädlich gilt.

Dabei ist die Problematik in der Gesetzgebung zu suchen. Weder in der EU noch in Deutschland gibt es ein Verbot für die Konzentration dieser Chemikalie, die sich explizit auf die Produktgruppe der Spielsachen oder Babyspielzeug bezieht. Etwas grotesk erscheint die Tatsache, dass für die Produktgruppe von Autoreifen die Obergrenze für das polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff streng geregelt ist. Es darf nur 1 Milligramm dieser Chemikalie pro Kilogramm Autoreifen enthalten sein. Eine solche Vorschrift liegt für die Produktgruppe, zu der Spielwaren gehören, noch nicht vor. Der Verkauf solcher belasteten Spielsachen ist also laut geltendem Gesetzt in Ordnung. Die einzige Grenze liegt bei 100 Milligramm je Kilo, die für alle Produkte allgemein gilt.

Schon 2009 wurden die ersten Diskussionen zu dieser Problematik in der EU diskutiert. Nun 2011 soll eine neue Richtlinie für Spielzeug geltend werden, welche für das erste Quartal anvisiert worden ist.

Angesichts dieser Lage wird Eltern derzeit noch empfohlen, die Augen beim Spielzeugkauf offen zu halten. Vor allem durch Nachrichten der Verbraucherschützer und Tests der Stiftung Warentest sollte man sich informieren und entsprechend reagieren.

Leave a Reply